01.10.2017

Buchverfilmung: ES

Gastbeitrag von: http://movicfreakz.de
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Buchverfilmung "ES" 


Andrés Muschietti präsentiert die wohl gelungenste Neuverfilmung eines legendären Stephen King Romans.

Originaltitel It
Jahr 2017
Produktionsland USA
Regie Andrés Muschietti
Drehbuch Cary Fukunaga, Chase Palmer, Gary Dauberman
Genre Horror, Drama
Darsteller Bill Skarsgård, Javier Botet, Sophia Lillis, Jaeden Lieberher, Finn Wolfhard
Länge 135 Minuten
FSK ab 16 Jahren
Verleih Warner Bros. GmbH






In dem keinen Städtchen Derry im US Bundesstaat Maine geschehen im Jahr 1988 unheimlich mysteriöse Dinge. Mehrere Kinder verschwinden plötzlich spurlos, so auch der kleine Georgie, der beim Spielen mit einem kleinen Papierboot an einem regnerischen Tag nie wieder gesehen wird. Monate vergehen, doch Georgie’s großer Bruder „Bill Denbrough“ ist noch immer voller Hoffnung, das sein Bruder irgendwo da draußen lebt und auf Hilfe wartet. Denn nach Bill‘s unbeirrbarer These, wurde Georgie damals vom stark fließenden Regenwasser erfasst und in das nahegelegene Abwassersystem von Derry gespült.
Gemeinsam mit seinen sechs Freunden, dem sogenannten „Club der Verlierer“, geht Bill dem Verschwinden seines Bruders nach und so stößt die Clique bei ihren Recherchen schon bald auf eine schaurige Geschichte über die Stadt Derry. Offensichtlich treibt „ES“, ein unheimliches Wesen aus einer anderen Dimension sein mörderisches Unwesen und erscheint etwa alle 27 Jahre in Derry. „Es“ ist ein Formwandler und in der Lage die jeweilige Gestalt der schlimmsten Albträume seiner Opfer anzunehmen. Um sich das Vertrauen seiner jungen Opfer erschleichen, erscheint „ES“ jedoch öfters in der Gestalt eines Clowns und hört auf den Namen „Pennywise“. Wird es dem Verlierer-Club gelingen, die eigenen Ängste zu überwinden und das wandelbare Böse zu stoppen?


Im Jahr 1990 gab sich das ultimative Böse in Gestalt eines diabolischen Clowns das erste Mal die Ehre. Die zweiteilige TV-Adaption des berühmten Stephen King Romans genießt mittlerweile einen ähnlichen Horror-Kultstatus wie „A Nightmare on Elm Street“, „Freitag der 13.“ oder auch „Halloween“.
Es lässt sich allerdings nicht leugnen, dass im Laufe der Jahre unweigerlich der Zahn der Zeit an der ersten Verfilmung nagt, ganz besonders im Hinblick auf die schon damals recht günstig produzierten Effekte. Tim Currys grandiosem Auftritt als „Pennywise“ tut dies natürlich nach wie vor nicht den geringsten Abbruch und der Film dürfte unter Fans einen festen Platz im Horror-Himmel haben. Nun war es aber an der Zeit ein paar Altlasten zu entfernen, um sich auf eine neue Dimension des Schreckens vorzubereiten und dabei gab sich der argentinische „Mama“ – Regisseur „Andrés Muschietti“ erstaunlich viel Mühe. Um es gleich vorweg zu nehmen: wer hier den ultimativen Schocker erwartet, wird sicher enttäuscht sein. Muschiettis „ES“ ist ein ungeschliffener Rohdiamant, der sich langsam aber sicher im Laufe der Geschichte zum fast makellosen Brillanten entwickelt.
Das bedeutet im Klartext, das hier nicht auf Effekthascherei im Dauerfeuer gehofft werden darf. Kings Buch war vom Seitenumfang her schon ein wahres Prachtexemplar von einer literarischen Vorlage. Ähnlich detailverliebt geht auch die Kino-Adaption des Stoffes vor und lässt die jungen Charaktere sich behutsam entfalten. Davon lebt der Film dann letztlich auch. „Es“ mag damit fast schon eher wie ein Jugenddrama und weniger nach einem Horrorfilm klingen, aber tatsächlich steht hier die Entwicklung der jungen Charaktere und ihre Beziehung untereinander an oberster Stelle. Kein einziger Jungdarsteller wirkt hier fehl am Platz oder benachteiligt und jeder Charakter entwickelt seine individuellen Verhaltensmuster, was einen unglaublich starken Wiedererkennungswert vermittelt und darüber hinaus eine Intensität erzeugt, wie man sie seit „Stand my Me“ oder auch „Stranger Thrings“ wohl nicht mehr zu Gesicht bekommen hat. Und wo wir gerade davon reden…
Finn Wolfhard, bekannt aus der Netflix Serie „Stranger Things“ gibt sich hier bravourös die Ehre. Insgesamt ein wahrlich fantastisches Schauspiel der jungen Stars, was einfach nur schön anzusehen ist. Selbstverständlich haben wir es hier trotz aller Charakter-Intensität immer noch mit einem Horrorfilm zu tun und dieser spielt seine wahrlich beeindruckenden visuellen Stärken auch voll aus, wenn diese gut dosiert über den ganzen Film verteilt zum Einsatz kommen. Das Grauen manifestiert sich hier mit dem tricktechnisch neuesten Stand der Effekteschmieden und geizt gewiss nicht mit makaber-originellen Einfällen. Für schaurig-schöne Momente ist also gewiss gesorgt und so dürfte dem einen oder anderen so mancher Schreckensmoment gut im Gedächtnis bleiben. Generell kann man sagen, dass die Visualisierung und Ästhetik des Stoffes hier das Original von 1990 um Längen schlägt, was alters,- und budgetbedingt aber auch von Haus aus zu erwarten war. Hier spielen Effekte und Settings in der absoluten Oberliga.
Zum Schluss noch ein paar Worte zum neuen „ES“ – Darsteller Bill Skarsgård. Der schwedische Schauspieler war sehr bemüht, dieser anspruchsvollen Rolle eine ausdrucksstarke Erscheinung zu geben. Tatsächlich ist ihm dieses diabolische Treiben auch gelungen. Die Gestalt des Clowns „Pennywise“ sollte aber nicht überbewertet werden, spielt diese doch eine weitaus weniger präsente Rolle, als es noch in der TV Adaption der Fall war. Ist er aber präsent, dann auch mit vollem Einsatz. Dabei lässt sich der neue „Pennywise“ charakterlich nicht mit der Darstellung von Tim Curry vergleichen. Bill Skarsgårds Darstellung des Clowns ist hier weitaus düsterer geraten und weit vom eher „schwarzhumorigen“  Treiben der Tim Curry – Darstellung entfernt. Optisch ist die die Gestaltung des Clowns eher an die altertümliche Darstellung eines mittelalterlichen „Hofnarren“, statt die eines modernen Clown-Kostüms angelehnt. Das heißt hier aber nichts Schlechtes, sondern macht bei genauerer Betrachtung sogar Sinn. Soll das Böse in der kleinen Stadt Derry doch nicht erst seit gestern, sondern schon bereits seit Jahrhunderten sein Unwesen treiben. Demnach passt hier auch die optische Anlehnung an längst vergangene Zeiten.


„Es“ hat ohne Wenn und Aber das Zeug zum modernen Horrorklassiker. Die Inszenierung des Stoffes ist grandios, die Jungdarsteller suchen ihresgleichen und die Geschichte selbst wird einmal mehr der berühmten King-Vorlage gerecht. Selbstverständlich gibt es auch hier keine haargenaue 1:1 Umsetzung des Bestsellers, aber das kann man auch nicht erwarten. Zu sehen bekommt man dennoch eine sehr gute und weitaus detailfreudigere Verfilmung der Geschichte, die im Bezug auf ihre Intensität und visuelle Umsetzung herausragt und so ziemlich zu den besten King-Adaptionen aller Zeiten zählen dürfte. Besonders hervorzuheben ist hier auch der konsequent durchgezogene Bezug zu den Jungdarstellern ohne Zeitsprünge zum erwachsenen „Verlierer Club“. Dieser darf sich dann hoffentlich ebenso gut entfalten, wie es diese erste grandiose Hälfte über das undefinierbare Böse getan hat. Man darf gespannt sein.


6 Kommentare:

  1. Ja, ich habe den Film auch in den 90er gesehen und er war super aber auch krass! ;oD

    Danke Dir für Deinen tollen Bericht!

    Mal schauen, ob ich mich traue den neuen Film zu schauen oder vielleicht lese ich das Buch!

    Hab einen schönen Sonntag!

    xoxo
    Jacqueline

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  2. Hi meine große Tochter war am Freitag in dem Film und Sie ist total begeistert gewesen. Ich werde Ihn mir nicht an schauen da Horror wirklich nicht mein Fall ist. Auch wenn Sie sagt es war nicht schlimm. Nein da kann ich wieder die Nacht zum Tag machen. Lieber nicht. Danke für deinen tollen Bericht. Ein wunderschönes Wochenende Alex von mhttps://margreblue.de

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  3. Ich gehe heute Abend ins Kino um mir diesen Film anzusehen. Es gab ja 1990 schon eine Verfilmung dieses Buches und ich bin wirklich sehr gespannt auf die Neuverfilmung.
    Liebe Grüße
    Sigrid

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  4. Ich kenne das Buch gar nicht, will aber unbedingt ES im Kino anschauen. Bin schon sehr gespannt. :)

    Liebe Grüße
    Lisa

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  5. ES war der erste große Schmöker, denn ich von Stephen King gelesen habe und natürlich habe ich die UrVersion auch im Kino gesehen. Am Wochenenden sehe ich mir die neue Verfilmung an und bin schon sehr gespannt....
    Auch im Hinblick auf das Buch Der Anschlag ist ES interessant, denn in dem Buch greift Stephen Kind das Örtchen Derry wieder auf und bring das ganze in einen etwas realistischen Hintergrund....

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  6. Das Buch war eines der ersten Bücher die ich mit 12 oder 13 gelesen habe. Damals konnte ich es nicht aus der Hand legen. Natürlich kenne ich den alten Film und war umso mehr gespannt auf den neuen Film. Ich wurde nicht enttäuscht. Mir gefällt die Neuverfilmung um einiges besser als der alte Film. Besonders gut hat mir die Entwicklung und die Gruppendynamik der jungen Leute gefallen. Pennywise ist immer noch ein sehr "süßer" Clown. Ich fand ihn kein bißchen gruselig. Insgesamt war der Film eher ein Thriller als ein Horrorfilm bei dem man normalerweise den ganzen Film über das Bedürfnis hat wegzuschauen und von jeder Szene irgendwie geschockt wird.
    Liebe Grüße
    Regina

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