01.11.2017

Autoreninterview: Janna Ruth

Janna Ruth
Wann hast du gemerkt, dass du Autor werden möchtest?
 
Geträumt habe ich davon schon immer, aber der richtig konkrete Wunsch nach Veröffentlichung kam 2014. Ich hatte im NaNoWriMo (Anmerkung: November-Schreibevent) ein Buch geschrieben, das mehr war als eine Geschichte. Es war etwas Persönliches, Tiefgreifendes und es war gut. Zumindest nach meinen eigenen Maßstäben und in dem Moment wusste ich, dass ich dieses Buch veröffentlichen möchte. Wie schnell das schlussendlich ging, hat selbst mich überrascht, zumal dieses Buch von 2014 noch nicht das Licht der Welt erblickt hat.


Bei deinem aktuellen Buch „Im Bann der zertanzten Schuhe“ handelt es sich um eine Märchenadaption. Wieso hast du dich bewusst gerade für das Märchen „Die zertanzten Schuhe“ entschieden?

Weil mich beim Original immer gestört hat, dass die Prinzen nicht erlöst, sondern erneut verflucht werden. Das hat mich eine Weile beschäftigt und als ich eine Erklärung dafür hatte, warum das dennoch oder gerade ein Happy End war, hatte ich eine Geschichte.


An welchem Buch arbeitest du momentan? Magst du uns etwas darüber verraten.


Momentan arbeite ich an meiner Serie »Zeichen der Macht«. Die soll ab April nächsten Jahres rauskommen und ist im Grunde wie eine kleine TV-Serie im Stil von Buffy, Charmed oder Supernatural, also mit viel Magie, Monstern, Action, Drama und einer guten Prise Humor.


Wie weit kennst du deine Geschichte, wenn du mit dem Schreiben beginnst? Weißt du zum Beispiel das Ende im Voraus?

Ja, meistens kenne ich die Geschichten schon sehr gut. Ich bin das, was man einen Plotter nennt. Das heißt, ich setze mich vor dem ersten Wort bereits intensiv mit meiner Geschichte auseinander und plane sie im Voraus, oft bis auf die Szene genau.


Du bist ein Teil der Märchenspinnerei. Was bedeutet dir dieses Projekt? Und wie kam es dazu?

Das Ganze entstand aus einer Diskussion im Tintenzirkelforum über die (oft fehlende) Zusammenarbeit von Selfpublishern. Jemand fragte, warum man eigentlich nicht gemeinsam etwas auf die Beine stellt und plötzlich waren alle Feuer und Flamme. Besonders, als wir uns für Moderne Märchen als Thema entschieden.
Für mich ist das Projekt etwas ganz Besonderes, denn es hat mich gelehrt, schnell »erwachsen« zu werden. Vor einem Jahr war ich in Sachen Veröffentlichen und allem, was dazu gehört noch ein absoluter Anfänger. Es hat mich Überwindung gekostet, überhaupt eine öffentliche Facebookseite aufzumachen, aber durch die Märchenspinnerei war ich gezwungen, nach außen zu arbeiten und mittlerweile fühle ich mich dabei so wohl wie ein Fisch im Wasser. Aber meine Seite und mein Profil wären nicht so schnell gewachsen, wenn ich nicht die erfahreneren Spinnerinnen und engagierten Bloggerinnen hinter mir gehabt hätte. Daher ist dieses Projekt so etwas wie meine Autorenwiege.


Wo Schreibst du am liebsten?


Auf meinem Bett. Aber nur, weil mein Laptop am wenigsten Faxen macht.


Welchen Tipp kannst du all denen geben, die gerne ein Buch veröffentlichen würden?

Lasst euch Zeit! Ich sehe es so oft, wie Leute ihr Buch beenden und mehr oder weniger sofort auf den Markt schmeißen. Solange ihr keine Deadline habt, nehmt euch Zeit und überarbeitet das Buch gründlich. Lasst es mal liegen, gebt es Testlesern und versucht euch vom Buch zu distanzieren und das Ganze aus Lesersicht zu sehen. Eure Leser werden es euch danken.


Was sind deine persönlichen Schreibrituale?

Ich habe eigentlich keine, aber was ich sehr gerne mache, ist, Wordcrawls zu benutzen. Das sind kleine Aufgaben, die den Roman in schreibbare Portiönchen teilen, abwechslungsreich sind und Spaß machen. Damit lasse ich mich weitaus weniger ablenken als normalerweise.


Gibt es eine/n Autor/in, der/die dich sehr inspiriert beim Schreiben?

Eigentlich viel zu viele, keinen bestimmten und von jedem ein bisschen. Die jüngste Autorin war Francesca Zappia, welche in ihrem Roman »Made you up« es geschafft hat, mich mit so vielen erwarteten Twists abzulenken, dass ich von dem ganz Großen voll erwischt wurde.


Wie sieht dein persönlicher Alltag im Zusammenhang mit dem Schreiben aus?
Voll. Ich gehe tagsüber meine Doktorarbeit schreiben, hole dann die Kinder ab, mache Abendbrot und wenn die Kinder irgendwann mal schlafen, so ab halb zehn, fange ich mit dem Schreiben an.


Erdbeereis oder Meloneneis?

Erdbeereis.

Actionfilm oder Komödie?

Komödie.

See oder Meer?

See.

Regen oder Schnee?

Regen.

Weingummi oder Schokolade?

Schokolade.

Grün oder Gelb?

Grün.

... wenn du eine Wunderlampe findest und der Flaschengeist dir drei Wünsche erfüllt?

Wäre ich Bestsellerautorin mit einer gut laufenden Fantasyserie im TV und könnte meiner Familie alle Träume erfüllen.

... wenn du ein Superheld wärst?

Könnte ich teleportieren.

... wenn du auf einer einsamen Insel stranden würdest?

Würde ich auf mein Wissen aus Jules Vernes »Zwei Jahre Ferien« zurückgreifen und anfangen, mir eine Existenz aufzubauen. Und wahrscheinlich kläglich versagen. ;)

Aktuelles Buch

14 Kommentare:

  1. Ich kannte die Autorin bisher noch nicht.

    Wenn ich mir überlege, dass sie genau in dem Genre schreibt, das ich mag, habe ich anscheinend etwas verpasst.

    Daher bin ich vor allem auch auf ihre neue Serie gespannt. Das ließt sich vielversprechend.

    Danke für die Vorstellung!

    Liebe Grüße
    Sandra

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  2. Ein super Interview von euch beiden'! Das aktuelle Buch wäre sogar was für mich, ich bin auf jeden Fall neugierig geworden und hätte ohne das Interview weder Buch noch Autorin kennengelernt. Danke dafür <3

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  3. Wow ein sehr schönen Interview. Klingt nach einer wirklich tollen Autorin, werde mir ein paar Werke von ihr auf jeden Fall mal ansehen. Ich wünsch dir noch einen schönen Tag! Liebe Grüße Jacky

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  4. Leider kenne ich die Autorin nicht, aber ich finde das Interview sehr interessant und gut gestaltet.
    Liebe Grüße
    Sigrid

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  5. Bis jetzt war mir die Autorin noch unbekannt, was du geschrieben hast hört sich aber wirklich interessant an. Sehr schönes Interview!🙈

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  6. Ein sehr interessantes Interview! Ich liebe es immer total, wenn man persönliches zu den jeweiligen Autoren weiß, da hat man immer gleich einen anderen Bezug zum Buch.
    LG Ina

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  7. Ein tolles Interview! War sehr interessant es durchzulesen. Ich kannte sie bis jetzt tatsächlich noch gar nicht.

    Liebe Grüße
    Lisa

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  8. Und genau darum liebe ich Deinen Blog so ... Ich kannte die AUtorin nicht aber sie erscheint mir sehr sehr sympathisch zu sein! Und das Buch ist DER ULTIMATIVE TIPP für meine Tochter. Sie liest genauso gern wie ich und tanzt zudem 7 Stunden die Woche - was könnte besser passen als Deine Buchvorstellung? Herzlichen Dank dafür!

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  9. Hach ich schreibe auch am liebsten im Bett,wenn ich einen neuen Post verfasse. Ist einfach am gemütlichsten :)

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  10. Ein tolles Interview mit einer tollen Autorin. Ich mag es, dass sie nach Happy Ends sucht. Das tun wir doch alle. Auch im wahren Leben.

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  11. Tolles und interessantes Interview! Ich werde sofort mal nach der Märchenspinnerei googeln.
    LG
    Charnette

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  12. Spannend zu lesen. Vor allem gefällt es mir, wenn man mal etwas persönlicher wird und nicht immer die Standard-Fragen herunter betet.

    LG Benny
    www.movicfreakz.de

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  13. Hallo,

    ein schönes Interview! Ich mag Interviews sowieso total gerne, weil sie viel persönlicher sind als ein "normaler" Bericht. Ich kannte die Autorin bislang auch noch nicht; das hat sich ja nun geändert ;)

    Liebe Grüße, Lisa

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  14. ein spannendes Interview! die Autorin Janna Ruth kenne ich bisher noch nicht, aber das Cover vom aktuellen Buch schaut toll aus und Märchendapatation klingt perfekt für die gemütliche Winterzeit :)

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von www.liebewasist.com

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