Rezension: Bleibt Oma jetzt für immer?

Titel: Bleibt Oma jetzt für immer?
Autor/in: Friedbert Stohner
Format:  Print
Seitenanzahl: 240  Seiten
Lesealter: Ab 10 Jahre
ISBN: 978-3423640961
Verlag: dtv Verlag

 


Klappentext

Omas Geschichte oder Wenn man sich im eigenen Leben verirrt

Eigentlich sollte Oma nur so lange zu Klaras Familie ziehen, bis ihr gebrochener Fuß wieder heil ist. Doch etwas stimmt nicht: Ist Oma nur schusselig, oder verbirgt sich hinter ihrem manchmal seltsamen Verhalten mehr? Bald wird zur Gewissheit: Oma ist an Demenz erkrankt. Alle müssen sich auf den veränderten Alltag einstellen und erleben dabei verwirrende, aber auch traurig-komische und sogar schöne Momente. Denn obwohl Omas Krankheit fortschreitet, bleibt immer etwas von ihrer alten, ganz eigenen Persönlichkeit, ihrem Witz und ihrem Charme erhalten. Das Jahr mit ihr geht allen unter die Haut und ist doch tröstlich, weil es zeigt: Ein würdevoller Umgang mit einem dementen Menschen ist möglich.

Rezension

Da bei uns in der Familie das Thema Demenz momentan sehr präsent ist, habe ich mich dazu entschlossen dieses Buch mit meiner Cousine die 11 Jahre ist zu lesen. Auch mit 11 Jahren versteht man noch nicht richtig wieso Oma oder Opa momentan etwas verwirrt sind, Dinge vergessen oder verändert sind und ich hatte gehofft, dass dieses Buch das Thema Demenz etwas näher bringen wird.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Klara erzählt. Klaras Oma hat sich den Fuss verletzt und sollte deshalb verrübergehend bei ihnen wohnen, aber ziemlich schnell zeigt sich das die Oma sehr verändert ist und immer schusseliger wird. Im “echten” Leben ist das ja nicht anders, irgendwann kommt der Punkt wo man merkt derjenige muss an Demenz leiden und meist ist das immer ein schleichender und versteckter Prozess.

Die Situationen sind wirklich richtig kindgerecht formuliert worden und überhaupt nicht überspitzt. Ich fand es sogar sehr würdevoll wie man versucht hat den Kindern dieses schwere Thema zu vermitteln. Gezeigt wird wie sich das Leben verändert, wenn jemand mit dieser Krankheit im Umfeld lebt und wie man etwas Rücksicht nehmen kann, aber auch das Oma oder Opa immer noch die Personen sind die sie immer waren, nur dass sie nun etwas verändert sind und viel vergessen. Ich finde es auch schön, dass dieses Buch aus der Sicht von Klara erzählt wurde, weil es somit für die Kinder auch greifbarer wird. In dem Buch gibt es lustige, schöne und auch traurige Szenen. Sie wirkten aber nie bedrückend, sondern genau überlegt und durchdacht.

Ich finde, dass das Buch wirklich gut dafür geeignet ist Kindern dieses Thema zu vermitteln, aber auch nur, wenn es zusammen mit einem Erwachsenen gelesen wird, weil ich denke, dass sich sonst manche Kinder vielleicht leicht überfordert oder allein gelassen fühlen könnten.

Die Illustrationen runden das ganze wieder ab und passen sehr gut zu den Situationen. Sie sind detailreich und liebevoll gestaltet.

Fazit

Friedbert Stohner hat mit “Bleibt Oma jetzt für immer?” ein sehr lehrreichen, einfühlsames und charmantes Kinderbuch gezaubert. Die Art und Weise wie er das Thema Demenz näher bringt ist sehr einfühlsam und kindgerecht. Es gibt lustige und traurige Momente und die Kinder werden auch nicht überfordert, sondern wirklich langsam herangeführt. Mir persönlich hat das Buch sehr zugesagt, weil hier die Beschreibungen, die Geschichte und auch die Thematik sehr gut umgesetzt worden sind. Meine Cousine hat das Buch auch weiterhelfen können, weil sie nun viel besser versteht was mit ihrer Oma los ist und das andere Omas und Opas auch diese Krankheit bekommen können.

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Bildquelle:
Foto: Stefanie Wirtz

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4 Kommentare

  1. Ein bisschen “Honig im Kopf”! Ich bin kein Til Schweiger Fan, aber der Film hat mich bewegt. Zumal meine Eltern auch langsam in das Alter rücken, wo man nicht weiß, ob es sie irgendwann betrifft.

    Ich habe keine Kinder mehr in dem Alter, deshalb ist das Buch für uns ungeeignet, aber ich finde es toll, dass es ein Buch gibt, das das Thema für Kinder erklärt. Ein sensibles Thema, denn Oma und Opa sind ja meistens Menschen, mit denen man emotional verbunden ist, deshalb finde ich Deinen Hinweis gut, dass man das mit dem Kind lesen sollte!

    Danke für diese Rezension eines Buches, das echt wichtig sein kann für Familien, die das Thema betrifft.

    Liebe Grüße, Bea.

  2. Liebe Steffi,

    persönlich finde ich es toll, dass es solche Bücher für Kinder gibt. Demenz ist schon für Erwachsene ein ziemlich schwieriges Thema, für Kinder ist es allerdings noch mal emotionaler, weil die Situation auch beängstigend sein kann.

    Schön, dass dieses Kinderbuch so gelungen umgesetzt wurde. Deine Leseempfehlung merke ich mir.

    Liebe Grüße
    Mo

  3. Mit dem Thema Demenz musste ich mich in meiner Ausbildung auch auseinandersetzen und hatte seitdem auch schon mit einigen Patienten zu tun! Es ist wirklich traurig zu sehen, wie das Schicksal zuschlagen kann! Ich mag mir das für mich und meine Liebsten gar nicht vorstellen! Deshalb wünsche ich auch deinem Angehörigen alles Gute!

    Das Buch greift ein wichtiges Thema auf, ich finde toll, dass es heutzutage immer mehr dazu gibt!

    Liebe Grüße
    Jana

    PS: An meiner ehemaligen Schule wurde mal ein Demenz-Musical aufgeführt! Das war auch sehr bewegend!

  4. Liebe Steffi,
    Was für eine tolle Idee. Gerade für Kinder ist es doch etwas verwirrend und vielleicht auch verunsichernd, wenn sie merken, dass sich jemand in der Familie verändert. Für Kinder ist das alles nicht greifbar. Dass sich das Buch dem Thema so annimmt und offenbar ja auch kindgerecht formuliert, finde ich richtig klasse.
    Liebe Grüße von Miriam von Nordkap nach Südkap

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