19.02.2018

Dark Diamonds Vorschau Februar 2018

Heute stelle ich euch die fünf Neuerscheinungen vor die am 22. Februar 2018 erscheinen werden...  Kaufen könnt ihr diese wie immer hier: https://www.carlsen.de/


Blue Love (Die Blue-Reihe 2) von Jo Schneider 

Noch immer ist Lucia verschwunden. Doch Grayson weiß: Sie ist in den Händen von Entführern, die ihr mit jedem Tag ein bisschen mehr von ihrer Strahlkraft nehmen. Dank der engen mentalen Verbindung ist er in der Lage, mit ihren Erinnerungen zu verschmelzen und ihren Spuren zu folgen. Der Weg über Lucias Erinnerungen führt ihn schließlich bis zu einer versteckten Waldhütte und damit fast ans Ziel. Aber es scheint schon zu spät zu sein. Graysons Körper und Seele drohen unter der gewaltigen Belastung immer mehr zu schwinden. Nur Lucia könnte ihn jetzt noch vor dem drohenden Abgrund bewahren...



Destiny's Hunter. Finde dein Schicksal von Annie J. Dean 

Auf dem Motorrad durch das nächtliche Edinburgh zu fahren, bedeutet für die 21-jährige Destiny pure Freiheit. Diese kostbaren Momente sind selten, weil ihre Eltern ein strenges Netz aus Regeln um sie herum errichtet haben. Was Destiny nicht weiß, ist, dass die Zukunft der gesamten Menschheit auf ihren Schultern lastet, denn sie ist das personifizierte Schicksal. Das macht sie zur Zielperson der geheimen Organisation Scouts, den Jägern des Schicksals. Ausgerechnet der ungemein anziehende Hunter hat die Aufgabe, ihr Herz für sich zu gewinnen, um ihr den Todesstoß zu versetzen. Doch er hätte nie damit gerechnet, diese intensive Verbindung zu Destiny zu spüren, sodass sein Plan ins Wanken gerät...



Die Nacht gehört mir von Lilyan C. Wood

Seit ihre Eltern bei einem Vampirangriff ums Leben kamen, sehnt sich Abony Van Helsing, die letzte Nachfahrin des berühmtesten Vampirjägers auf Erden, nach Rache. Sobald die Sonne untergeht, streift sie durch die Straßen Warwicks, um finstere Wesen zur Strecke zu bringen und den Mörder ihrer Eltern zu finden. Bis sie eines Nachts durch einen unvorhergesehenen Fehler direkt in einen maskierten Vampir hineinläuft und nur knapp mit dem Leben davonkommt. Zurück bleibt nicht nur das Gefühl seiner starken Arme, sondern auch eine allererste Spur. Diese führt Abony zum berüchtigten Warwick Castle – einem Schloss, in dem einst eine mächtige Adelsfamilie gelebt hat. Oder es immer noch tut...



Durch Magie erwacht von Christina M. Fischer 

Die 23-jährige Magiestudentin Mel hat es bis jetzt erfolgreich vermieden, den für sie zuständigen Hexenmeister aufzusuchen. Denn Ash Bradak gilt als unnachgiebig und unnahbar. Nun aber muss sie ihm beichten, dass sich das Drachenei, das sie für ihre Prüfung pflegen sollte, in Flammen aufgelöst hat. Der rothaarige Hexenmeister mit den Augen einer Raubkatze scheint wenig begeistert, als er erfährt, dass stattdessen eine Phönixkönigin aus der Asche auferstanden ist und in der Stadt ihre Spuren hinterlässt. Notgedrungen begeben sich Mel und Ash schließlich zusammen auf die Suche nach dem Feuerwesen. Dabei lernt Mel ganz andere Seiten des Hexenmeisters kennen und kann sich seiner gefährlichen Anziehungskraft bald nur schwer entziehen...
 


Prinzenfluch (Enchanted 2) von Jess. A. Loup 

Drei Schlüssel braucht man, um das Verlies des Drachen zu öffnen und seine zerstörerische Macht auf immer zu bannen. Zwei davon befinden sich in den falschen Händen, sie gilt es zu finden und zu stehlen. Eine Fähigkeit, die die Elfen glücklicherweise ganz besonders gut beherrschen. So machen sich Hauptmann Sullivan und die Kriegerin Audra wieder einmal zusammen auf den Weg – und ihre aufflammenden Gefühle mit ihnen. Der dritte Schlüssel ist in Sicherheit, aber damit nicht weniger schwer zu erreichen. Er befindet sich beim verschollenen Elfenprinzen. Ihm ist Faye auf der Spur, denn er hat auch ihr Herz gestohlen...



Und sagt euch etwas zu? Wird eins bei euch einziehen? 
Ich werde auf jeden Fall "Die Nacht gehört mir" lesen, aber das wird in diesem Monat alles sein ... Nicht weil mir die anderen nicht gefallen, aber ich nicht so viel Zeit haben werde. 

17.02.2018

Rezension: Manipuliert





Titel: Manipuliert
Autor/in: Teri Terry
Format: Print / E-Book
Seitenanzahl: 432 Seiten
ISBN: 978-3649625995
Verlag: Coppenrath

Alle um dich herum, alle, denen du nahe sein willst, alle, die du liebst, sterben – und es ist deine Schuld! Shay ist sich sicher, dass sie die Lösung gefunden hat, um die Seuche aufzuhalten: Sie muss sich von allen isolieren, denn sie ist die Überträgerin der tödlichen Krankheit. Im ganzen Land beginnt eine Hexenjagd nach weiteren Überlebenden wie Shay. Und dabei erkennt niemand, dass alle einer großen Verschwörung aufgesessen sind: Der wahre Verursacher der Katastrophe ist weiterhin unentdeckt und nur Shay und ihre große Liebe Kai können seine Identität enthüllen …
 
Genau wie bereits im ersten Teil ist das Buch wieder in den Sichtweisen von Shay, Callie und Kai geschrieben worden - die Kapitel sind meist wieder recht kurz gehalten, aber dadurch das ich das bereits vom Vorgänger kannte, hatte es mir dieses mal überhaupt nichts ausgemacht. 

Der Einstieg in den zweiten Teil ist sehr gut gelungen, denn es greift nahtlos am ersten Teil an. Man ist wieder direkt im Geschehen und fiebert wieder ordentlich mit. Einige Punkte werden "gelüftet" neue Theorien und Gedankengänge kommen dazu ... Ich fand den zweiten Band sogar besser als den ersten, da er einfach noch spannender war und man die Charaktere nun kannte und mit ihnen bereits "warm" geworden war. Die Charaktere erleben auch einige Weiterentwicklungen und das gefiel mir wahnsinnig gut, denn man merkt das sie an ihren Geschehnissen wachsen und lernen. 

Besonders gut gefiel mir, dass der Schreibstil von Teri Terry einfach total mitreißend und total flüssig ist. Egal welche Geschichte ich von ihr bisher gelesen habe, sie zieht mich immer wieder in die Geschichte und fesselt mich total. 

Das Ende war ein Highlight, ein Klassiker, die Ereignisse explodieren und man wird wieder mit neuen Fragen zurückgelassen.

Einfach eine grandiose Fortsetzung. 

 

Der zweite Teil gefiel mir sogar besser als der erste. Die Geschichte wird mit viel Spannung, fesselnden Ereignissen und starken Charakteren erzählt und konnten mich auch dieses mal wieder richtig fesseln. Eine Fortsetzung die es in sich hat! 
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15.02.2018

Serienkritik: Westworld

Gastbeitrag von: http://movicfreakz.de
Verfasser: 
Florian Grogoll
für weitere geniale Film-Tipps, Kritiken und Trailer einfach auf der Seite vorbeischauen!


Westworld

Futuristischer Blödsinn oder das kausale Ergebnis der Abwesenheit von Moral und Vernunft beim Streben nach Macht und Kapital im Kontext des Transhumanismus.

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Titel: Westworld Staffel 1

Jahr: 2016

Produktionsland: USA

Regie: Diverse

Drehbuch: Jonathan Nolan, Lisa Joy, Michael Crichton, 
Daniel T. Thomson, Ed Brubaker, Dominik Mitchell, 
Halley Gross, Charles Yu, Dan Dietz, Kathrine
Lingenfelter,

Genre: Sci Fi, Drama

Darsteller: Evan Rachel Wood, Ed Harris, Anthony Hopkins, 
James Marsden, Thandie Newton, Jeffrey Wright, 
Shannon Woodward, Luke Hemsworth,

Länge: ca. 58 Minuten

FSK: Ab 16 Jahren freigegeben


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DVD-Cover von Westworld Staffel 1 von © 2016 Warner Bros. Entertainment Inc. All rights reserved.

Westworld basiert auf einem Roman von Michael Crichton, der bereits 1973 als Spielfilm adaptiert wurde (Hier findet ihr unsere Rezension zum Film). Für das Drehbuch der Serie holte man sich u.a. Jonathan Nolan ins Boot, der mit Memento, The Dark Knight, Interstellar, etc bewiesen hat, dass er mit komplexeren Inhalten und Handlungssträngen umzugehen weiß.

Der Mensch als egoistischer Idiot

Michael Crichton machte in einigen seiner bisherigen bekannten Romane kaum einen Hehl aus seiner Sichtweise gegenüber uns Humanoiden. Schon in Jurassic Park und Beute zeichnet er den Menschen als Macht – und kapitalhungriges Raubtier mit Gott – komplex. In Jurassic Park ist es die Schöpfung mit dessen Konsequenzen und Auswüchsen, die wir zu unserer Belustigung zu bändigen versuchen. Die moralische und ethische Kritik ergänzt er dann noch mit Wissenschaft in Form der Chaostheorie, die die Unvorhersehbarkeit in komplexen Systemen thematisiert. In Beute wagen wir Trottel uns dann an Schwarm – Intelligenzen und merken auch hier wieder, dass wir vielleicht nicht immer darüber nachdenken sollten wie wir etwas schaffen, sondern ob wir es überhaupt tun sollten.



Westworld – Der Film vs. Westworld – Die Serie (Staffel1)


Schon in der Verfilmung von 1973 vereinte Crichton alle Aspekte seiner Kritik am menschlichen Streben nach Macht, Vergnügen und Kapital auf genial minimalistische Art. Hier wird noch das recht klare Bild vermittelt, dass das Erschaffen und stetige Weiterentwickeln von künstlichem Leben, unausweichlich irgendwann in der Chaostheorie enden muss. Er führte schon hier die Kontrolle von Intelligenz und, sich im Frühstadium befindlichem, Bewußtsein als nicht machbar dar. Die Serie fügt dem ganzen, auf perfide Art und Weise eine ethische und moralische Komponente hinzu. Denn hier ist die Schwelle zur K.I. Längst überschritten. Selbst anatomisch sind wir vom Cybernetischen ins Biologische abgedriftet. Den ehemaligen Robotern (Film), heute Hosts, werden nicht nur einfache Handlungsweisen, nicht nur programmierte Reaktionen auf Interaktionen des Gastes vorgegeben. Nein, es wird ihnen erlaubt ganze Handlungsstränge zu begehen und improvisatorisch zu handeln, während man in Kauf nimmt, dass sie sich ihrer Selbst bewußt werden.

Jeffrey Wright hat Sorgen. Mit Recht in Westworld von © 2016 Warner Bros. Entertainment Inc. All rights reserved.


Und täglich grüßt das M……

Die sog. Hosts folgen Tag ein Tag aus festgelegten Routinen, in die dann die Besucher (Newcomern) eingebunden werden. Hierzu gibt es dann diverse Variablen. So kann der Besucher sowohl den Bösewicht geben, als auch der Retter der holden Jungfer. Hier ist die Serie schon deutlich komplexer als der Film angelegt, denn es gibt eine scheinbar unendliche Vielzahl an Möglichkeiten, Schauplätzen und Hosts. Natürlich sterben pro Tag viele Hosts. Sei es durch Besucher, oder durch andere Hosts. Diese werden dann, meist bei Nacht, in den, unter dem Park gelegenen, Bereich geholt um dort repariert zu werden. Hierbei werden die Ereignisse des letzten Tages aus dem Speicher gelöscht und der Charakter durchlebt den selben Tag nochmal. Zusätzlich werden regelmäßig die Funktionen der Hosts überprüft. Eine echte Gefahr sind die Hosts für die Besucher nicht. Pistolenschüsse können nicht Töten und das Inventar ist darauf programmiert, der zahlenden Kundschaft keinen Schaden zu zu fügen.



Ed Harris kennt keine Gnade in Westworld von © 2016 Warner Bros. Entertainment Inc. All rights reserved.


Freiheit ist, sich niemals entschuldigen zu müssen…
Gerade bei diesem Aspekt gipfelt das Szenario auf perverse Art und Weise in den tiefsten Abgründen der Moral.

„Sie brauchen nur einen warmen Körper um ihn zu ficken oder zu erschießen“

Für die Gäste (Besucher) ist es im Grunde genau das. Der Mensch als Tier, der abseits aller moralischen, gesellschaftlichen und ethischen Zwänge, einfach Dinge tun möchte die keine Konsequenzen nach sich ziehen. In der Serie wird dies häufiger als „sich selbst finden“ oder „der sein, der man wirklich ist“ bezeichnet. Hier befinden wir uns sogleich an einem der vielen Tiefpunkte der menschlichen Existenz. Etwas tun zu können, ohne dafür die Verantwortung zu übernehmen ist hier, wie auch im wahren Leben nur wenigen gegönnt. Es sind (in beiden Welten) die, die über genug Geld und/oder genug Macht verfügen. Wir sehen es täglich in der Politik und in der Wirtschaft. Es scheint als wäre ein Zustand des respektvollen Miteinanders, das auf Augenhöhe und gleichberechtigt funktioniert, nur ein erzwungenes Ergebnis von Gesetzen zu sein, aus denen sich der Mensch zu befreien versucht.

Handlungstränge

Das J. Nolan`s gerne mit dem Faktor Zeit herumspielt, zeigt sich auch hier. Die Handlungen, die wir in den Folgen als Nebeneinanderherlaufen sehen, liegen zeitversetzt an.

Dolores und Teddy

Diese beiden Hosts, bei denen sich Dolores (Evan Rachel Wood) als eine der Schlüsselfiguren erweist, sind als tragisches Liebespaar, das nie zueinander finden kann, angelegt. Es gibt eine Routine in der sich die beiden jeden Tag am selben Punkt zufällig treffen. Dies kann dann, auf diverse Arten von Besuchern genutzt werden um entweder den Guten oder den Bösen zu mimen. Normalerweise reiten die beiden zu der Farm von Dolores und geraten in eine Schießerei bei der ihr Vater getötet wird. In diese Storyline gerät William (Jimmi Simpson), der mit seinem zukünftigen Schwager Logan (Ben Barnes) den Park besucht. Während Logan schon fast ein Stammgast ist, der sich bisher nur von Drinks und Fick`s hat inspirieren lassen, so ist der schüchterne William neu in der Arena. Er entdeckt etwas besonderes an Dolores, verliebt sich und scheint untrennbar mit ihr verbunden zu sein.

Evan Rachel Wood und James Marsden in Westworld von © 2016 Warner Bros. Entertainment Inc. All rights reserved.
Etwas ist faul im Staate Dänemark


Auch hinter den Kulissen des Parks brodelt es heftig. Denn die Anteilseigner sind keineswegs an der, zwar kurzfristig lukrativen, aber langfristig eher laschen, Idee interessiert, reichen Leuten ein ungezwungenes Vergnügen zu bereiten. Sie Interessiert der Code. Die perfekte K.I., mit Bewußtsein und allem, was man daraus so machen kann. Schon in der Entwicklungsphase waren sich die 2 Gründer nicht wirklich einig darüber, wie Intensiv das Ganze denn nun betrieben werden soll. Einer der Gründer fand heraus, dass die Hosts schon am Anfang über ihre Programmierung hinauswuchsen. Daraus ergab sich ihm (Arnold) nur die Konsequenz, dass so ein Park nicht eröffnet werden darf. Sein Mitstreiter Dr. Robert Ford (Anthony Hopkins) lag allerdings nicht auf seiner Linie. Wohlwissend, dass man die Hosts nicht wirklich töten kann ohne dass Dr. Ford sie wieder neu einsetzt, ließ er sich selber töten um die Eröffnung des Parks zu verhindern. Hier zeigt sich, dass Dr. Ford einen so fatalen Gottkomplex in sich trägt, dass er seinen verstorbenen Kollegen kurzerhand einfach neu erschafft. Wohlwissend dass er ihn auf das pragmatische, seine Fähigkeiten als Verhaltensprogrammierer reduzieren kann, ohne die lästigen moralischen Hürden.

Sir Anthony Hobkins ist Gott in Westworld von © 2016 Warner Bros. Entertainment Inc. All rights reserved.
Das letzte ultimative Level
Hier sehen wir einen Besucher (Ed Harris), der sich anscheinend auf die Fahne geschrieben hat, die Grenzen dieses Spiels vollständig auszuloten. Gelangweilt von der Tatsache, dass keiner der Hosts ihm wirklich etwas anhaben kann macht er sich auf die Suche nach dem Labyrinth. Einem imaginären Ziel, das eine Art Beschäftigungstherapie darstellt. Dieser Strang spielt in der Gegenwart und zeigt den damals verliebten William als verbitterten, brutalen, gelangweilten und fanatisch suchenden Bösewicht, dem die Aktienmehrheit des Parks gehört.
Ed Harris in Westworld von © 2016 Warner Bros. Entertainment Inc. All rights reserved.

Eigentum – Sklaverei


Dinge zu besitzen gehört für uns zum Alltag. Tiere zu besitzen ist für uns normal. Andere Menschen zu besitzen? HALT. Nein, denn das ist Sklaverei und gehört verboten. Doch was wäre, wenn Dinge nicht mehr von Menschen zu unterscheiden sind. Hier punktet die Serie mit einem recht feinfühligen Übergang zwischen Ware und Lebewesen. Erwischt man sich als Zuschauer am Anfang noch selbst dabei, wie man sich einen solchen Park in der Realität wünscht, so drängt sich einem mit steigender Selbstwahrnehmung der Hosts der Gedanke auf, womit man es im Grunde zu tun hat.

Gott – Who the Fuck is Gott?

Selbst die Religion und der Glauben wird hier pervertiert und zweckmäßig verwendet. Die innere und nötige Verarbeitung von Informationen und die eigenständige Weiterentwicklung der Hosts wird hier als Dialog mit sich selbst, einer inneren Stimme etabliert. Somit erschafft der selbst ernannte Gott einen Gott. Klingt komisch, ist aber so. Wie sonst sollen sich diese leeren Kreaturen die inneren Stimmen, die vorgegebenen Pfade die sich selbst als Ihr Schicksal empfinden, einordnen ?


Matrix & Co.


Wie gerne würden viele von uns die Uhr zurückdrehen und alles nochmal erleben können? Fehler ausbügeln, Dinge anders machen. Nur warum? Fragt man 100 Leute, werden 100 Leute Gründe nennen um ihr eigenes Leben zu verbessern, sich reicher, gesünder und besser zu machen. Was für uns ein Luxus wäre um den eigenen Machthunger zu stillen und der Egomanie zu folgen, stellt dieser RESET für die Hosts die einzige Existenzgrundlage dar. Wie auch Neo bei „Matrix“ weiß keiner der Hosts, wie oft er schon an einem bestimmten Punkt der Story war. Doch die Serie zeigt uns dass was Michael Crichton meint, wenn er in Jurassic Park sagen läßt: Das Leben findet einen Weg. Die Überwindung der Löschungen ist der erste Schritt. Was unweigerlich folgen muss ist: Revolution.


Transhumanismus vs. Kapitalismus

Diese Begriffe bilden für mich den Tenor der Serie, des Films und des Romans. Das unbändige und stetige Bestreben des Menschen, über sich selbst hinaus zu wachsen. Der Fortschritt, nicht eines sinnvollen Zweckes wegen, sondern nur seiner selbst wegen. Und natürlich: Des Geldes wegen. Die Relation zwischen Kapitalismus und Moral wird hier auf eine Weise verarbeitet, die einen selbst zweifeln lässt, ob man auf der richtigen Seite steht. Dolores nimmt meines Erachtens die Rolle eines Generalschlüssels ein, von dem aber noch keiner Genau weiß, wie viele metaphorische Türen sie öffnen kann. Dr. Robert Ford ist dermaßen ambivalent angelegt, dass er fast alle Facetten abdeckt. Nur Emotionen sind bei ihm nicht zu entdecken. Der verstorbene Dr. Arnold scheint die Stimme der Vernunft aus dem Jenseits zu sein. zu sein. Doch wie bei jedem Glauben ist das ganze interpretierbar. Mal gnädig, mal hart. Mal von Liebe, wie zum eigenen Kind, und mal von Pragmatismus geprägt, schickt Arnold Dolores auf eine Reise, die tief in ihr verborgen nach und nach an Bedeutung gewinnt. Das hier und jetzt, mit all seinen moralisch perfiden Facetten, wird von Dr. Ford bestimmt.

Darsteller:

Ich habe selten einen so perfekten Cast gesehen wie bei Westworld. Denn obwohl hier Sir Anthony Hopkins mit von der Partie ist, agieren alle anderen auf Augenhöhe. Hopkins, der seiner Rolle eine so unbehaglich ruhige Note gibt, obwohl sich seine Handlungen an Rücksichtslosigkeit und fehlender moralischen Unterordung kaum überbieten lassen. Evan Rachel Wood, die es als Dolores schafft, mit einer kleinen Veränderung der Mimik von holder Jungfer, zu zurückhaltender Erotik, von fügsamer Sklavin, zu einer sich selbst erkennenden und eigenen Persönlichkeit zu wechseln. Ed Harris. Kalt, kälter, Ed. Schlichtweg erstklassig ist seine Interpretation des Gastes, der wohl schon fast jeden Host in diesem Park mindestens einmal erschossen hat. Jeffrey Wright, der meines Erachtens mit seinem sehr zurückhaltenden Acting sehr viel Ruhe in das Geschehen hineinbringt. In dem Moment, in dem man weiß, dass er ein Host ist, passt diese Ruhe um so besser. Auch alle anderen Darsteller agieren extrem glaubwürdig.

Live, die and repeat – nicht mit mir!

Hier geht es um Maeve (Thandie Newton). Eine recht taff und kühl programmierte Puffmutter, deren Verstand sich nach und nach der nächtlichen Löschung widersetzt. Was zur Folge hat, dass sie sich immer deutlicher an ihre Mörder, ihre Tode und ihre Vergangenheit erinnert. Sie ist auch eine der Hosts, die in der Vergangenheit eine gänzlich andere Rolle im Park hatte, bei der sie und ihre Tochter ums Leben kamen. An dem Punkt an dem sie sich ihrer selbst und ihrer Rolle in diesem Spiel bewusst wird, beginnt sie Ihre Flucht aus der fremdbestimmten Realität zu planen.

Fazit:

Mit Westworld (Serie) begibt man sich auch deine seltsame Reise. Cineastisch ist das ganze im Park nahezu perfekt verfilmt. Sowohl die Faszination der nordamerikanischen Natur, als auch die Dramaturgie der kleineren Einzelschauplätze wird ausreichend bedacht. Die ruhige Erzählweise mit gemächlichen Kamerafahrten passt ins Bild. Die Handlung/Handlungen sind vielschichtig und ideologisch, moralisch politisch und ethisch vielschichtig. Es ist eindeutig die Handschrift von Jonathan Nolan zu lesen. Die Darsteller sind PERFEKT ausgesucht. Allen voran: Anthony Hopkins. Mit einer fast schon ekelhaften Ruhe mimt er den selbsternannten Gott über Leben und Tod.

Leider sind die Handlungsstränge etwas überfrachtet. Ein oder zwei Folgen mehr und man hätte es genügsamer angehen lassen können. Dolores ist zwar eine der Schlüsselfiguren. Doch als geneigter Zuschauer erkennt man Ihre Intention und ihre Rolle auch so. William in der aktuellen Zeitlinie ist ein Highlight. Ed Harris ist sooo böse, dass man ihm gerne zuschaut, sich aber auch freut wenn er mal unterbrochen wird. Diese Serie wirft in der ersten Staffel die wichtigsten Fragen unseres Daseins auf. Was macht uns Menschen zu Menschen. Wann wird aus einer erschaffenen K.I. ein fühlendes Wesen mit Bewußtsein? Wann wird aus Züchtung Sklaverei? Wie weit sollten wir gehen? Forschung um der Forschung Willen ohne Rücksicht auf das Erforschte oder einen Gang zurück?

Ich habe extra nicht alle Aspekte der Serie beleuchtet. Denn mich interessiert eure Sichtweise genau so. Für mich war es ein ambivalentes Vergnügen diese Serie zu schauen. Zum einen weil mir die Einfachheit und die klaustrophobische Atmosphäre des Filmes so sehr gefallen hat und diese in der Serie kaum zum Tragen kommt, zum anderen, weil mir der Film nicht weit genug ging, was die Serie nun aber tut. Was denkt ihr?

13.02.2018

Rezension: Infiziert






Titel: Infiziert
Autor/in: Teri Terry
Format: Print / E-Book
Seitenanzahl: 464Seiten
ISBN: 978-3649625995
Verlag: Coppenrath

Unaufhaltsam schleicht sich der Tod von Haus zu Haus, von Stadt zu Stadt und selbst wenn er dich verschont, wirst du nie wieder sein, wie zuvor.

Shay ist schockiert, als sie die 12-jährige Callie auf einer Vermisstenanzeige wiedererkennt. Vor über einem Jahr ist sie dem Mädchen begegnet und dabei offenbar Zeugin einer Entführung geworden. Zusammen mit Callies Halbbruder Kai macht sie sich auf die Suche – nicht ahnend, welche Katastrophe bereits auf das ganze Land zurollt. Denn Callie wurde nicht nur entführt, sondern als Forschungsobjekt missbraucht. Und der Erreger, mit dem das Mädchen infiziert wurde, breitet sich nun in Großbritannien aus.

Als auch Shay plötzlich Symptome der tödlichen Krankheit zeigt, beginnt für sie und Kai ein Wettlauf gegen die Zeit ...

 
Da ich ein absoluter Fan von der Autorin Teri Terry bin war für mich die "Infiziert-Trilogie" ein absolustes must have. Das Cover hat mich persönlich nicht direkt angesprochen, aber der Klappentext umso mehr. 

Der Einstieg in das Buch ist am Anfang etwas verwirrend und durcheinander. Es wird in zwei unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Ein mal aus der Perspektive von Shay und aus der Sicht von Callie - beides in der "Ich-Form", was mir mir persönlich sehr geholfen hat um die verschiedenen Gefühle, Handlungen und Entscheidungen nachempfinden zu können. 

Der Schreibstil ist wirklich toll,denn Teri Terry hat einfach einen lockeren und flüssigen Schreibstil der typisch einfach gehalten ist. Durch die ganz kurzen Kapitel (teilweise 1-2 Seiten) war leider öfters mal der Lesefluss verloren gegangen und man war teilweise davon etwas genervt, denn gerade wenn man sich auf die Person und ihre Erlebnisse eingestellt hat, dann gab es einen Umschwung und schon war man wieder bei der 2. Hauptperson. Das gefiel mir leider nicht so gut. 

Die Spannung war oft gegeben, weil die Geschichte einfach andersartig, speziell und für mich neu war. Es war interessant zu erfahren wie alles zusammen gehört und zusammen passt. Die Verstrickungen von manchen Personen und die Auswirkungen. 

Die Charaktere waren mir teilweise etwas zu blass und zu durchsichtig, ich hätte mir da etwas mehr Tiefgang gewünscht und mehr Lebendigkeit, aber ich hoffe im zweiten Teil wird es davon mehr geben, denn das letzte viertel vom Buch war sehr vielversprechend.

Trotz der Kritikpunkte vergebe ich trotzdem 4 Sterne, weil es mich fesseln konnte und ich sehr neugierig war wie alles zusammenhängt.
 
Ein gelungener Reihenauftakt der zwar einige Schwächen hat, aber mit seinem Gesamtpaket überzeugen kann. Eine neue frische Idee zieht uns Leser in ein Abenteuer voller Intrigen, Geheimnissen und Experimente.
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11.02.2018

Rezension: Eine Insel zwischen Himmel und Meer



Titel:  Eine Insel zwischen Himmel und Meer 
Autor/in:  Lauren Wolk
Format:   Print / E-Book
Seitenanzahl: 288 Seiten
ISBN: 
978-3423640350
Verlag: dtv






Crow hat ihr ganzes Leben auf einer winzigen Insel verbracht. Sie wurde, kaum ein paar Stunden alt, in einem lecken kleinen Boot an den Strand gespült. Osh, der einzige Bewohner der Insel, hat sie gerettet. Bei ihm ist Crow aufgewachsen. Nur eine hat ihm dabei geholfen, die couragierte und liebevolle Miss Maggie. Alle anderen Menschen halten sich von dem Mädchen fern. Immer schon wollte Crow wissen, woher sie stammt und warum man sie fortgeschickt hatte. Ist es möglich, dass sie gar nicht von so weit her kommt? Als eines Nachts ein unheimliches Feuer auf einer vermeintlich menschenleeren Insel aufscheint, steigen in Crow all die unausgesprochenen Fragen nach ihrer Herkunft auf. Stück für Stück fügt sie das Puzzle ihrer Vergangenheit zusammen und begreift, was Familie wirklich bedeutet.


Der Einstieg in diese Geschichte ist mir sehr leicht gefallen, denn der Schreibstil ist einfach und poetisch gehalten. Die Autorin versteht die richtigen Worte zu finden um diese außergewöhnliche Geschichte niederzuschreiben. 

Ein wichtiges Augenmerkmal liegt hier bei dem Thema Familie. Das ganze Buch dreht sich um dieses Kernthema und es ist einfach wunderbar zu lesen. 

Die Entwicklung der Geschichte und der Hauptfiguren gefiel mir wahnsinnig gut, denn man erlebt die Charaktere und denkt man ist hautnah dabei. Die Charaktere wirken lebendig, autenthisch und sehr durchdacht. Ich konnte keine Logikfehler entdecken, sondern hatte die ganze Zeit das Gefühl das es eine stimmige Story ist. 

Die Situations- und Umgebungsbeschreibungen gefielen mir gut. Ich fand es auch realistisch das die Inselbewohner am Anfang sehr misstrauisch waren und erstmal die Lage "checken" mussten. Alles andere wäre total unlogisch gewesen und hätte die Geschichte auch etwas zerstört. 

Die Mischung der Story ist sehr gut gelungen, man leidet, lacht und grübelt... Die Seiten verfliegen schnell und einige Fragen werden hier auch beantwortet... Ein wenig bleibt aber unbeantwortet und man bleibt mit einem kleinen gemischten Gefühl zurück, weil man nicht alles erfahren hat. Aber vielleicht macht gerade das die gesamte Geschichte aus? Was mir besonders gefiel war aber auch die Spannung, denn diese wurde konstant gehalten.

Es ist zwar in der Kategorie "Jugendliche" veröffentlicht, aber auch für Erwachsene ist es ein reines Abenteuer. 

Eine wunderbare Geschichte die sich um das Thema Familie und Selbstfindung dreht. Wunderbare ausgereifte Charaktere treffen auf eine durchdachte und logische Geschichte die uns Leser an das Buch fesselt. Ein Buch was uns tief im Herzen berührt und auch einiges lehrt. Ich bin total begeistert von diesem Buch. 

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